HARALD WEILER REGISSEUR

Fast Normal

Musik von Tom Kitt, Buch & Liedtexte von Brian Yorkey

Hamburger Kammerspiele
Premiere: 04.09.2016
Regie: Harald Weiler
Ausstattung: Lars Peter
Musikalische Leitung: Matthias Stötzel
Besetzung
  • Carolin Fortenbacher (Diana)
  • Robin Brosch (Dan)
  • Elias Krischke(Gabe)
  • Alice Hanimyan(Natalie)
  • Jan Rogler (Henry)
  • Tim Grobe (Dr. Fine, Dr. Madden)
  • Matthias Stötzel / Mathias Weibrich (Piano)
  • Henrik Kolenda / Sönke Rust (Gitarre)
  • Dana Anka (Violine, Synthesizer)
  • Lars Hansen (Bass)
  • Helge Teschner (Schlagzeug, Percussion)

Hamburger Abendblatt, 06.09.2016

Ein kleines Musical-Wunder an den Hamburger Kammerspielen

Harald Weiler gelingt mit "Fast Normal" eine starke Inszenierung.

(…) „Fast Normal" ist ein mit Tony Award und Pulitzer-Preis für Drama dekorierter Broadway-Hit und zeigt ein Familiendrama um eine seelische Krankheit – als Musical. Kann das funktionieren? Ja, es kann. Regisseur Harald Weiler gelingt bei seiner Inszenierung in den Hamburger Kammerspielen dieses Wagnis. Krankheit, Familie, ja, das Leben in all seiner mitunter komplizierten Vielheit, hier wird es besungen und gefeiert – auch und gerade in seinem manchmal unlösbar scheinenden Schmerz.

(…) Diana, gespielt von der unglaublich wandlungsfähigen Carolin Fortenbacher erweist sich nicht nur als stimmgewaltig, sondern auch als veritable Charakterdarstellerin.

(…) Harald Weiler gelingt der Balanceakt, auch das schwer Erträgliche in der Musicalform weder allzu beklemmend, noch zu leichtfüßig zu erzählen. Gekonnt setzt er auf Klarheit, Offenheit und auf sensible Zwischentöne.

(…) Das Hamburger Premierenpublikum ist den Weg Weilers und seines vorzüglichen Ensembles mitgegangen – Jubel, Bravos und Standing Ovations.

Bild, 05.09.2016

«Fast Normal»: Musical-Premiere in Hamburg

(…) Die Handlung könnte dem Klischee vom oberflächlichen Musical nicht ferner liegen: Es geht um Trauer und Verlust, um Medikamente und Depressionen - und das alles mit Musik und sogar Humor. Und es funktioniert. Der Reiz von «Fast Normal» liegt in der Ernsthaftigkeit des Themas, doch in jeder Tragik liegt auch Komik. Das Musical gibt Platz für stille und berührende Momente und dennoch lassen das Libretto und die rockige Musik Raum für befreites Lachen.

(…) Der Humor ist fein eingearbeitet. (…) Für die stillen Momente in Pianissimo, die in dramatische Schrei-Höhen steigen können, sorgt im sechsköpfigem Ensemble vor allem der stimmgewaltige Musical-Star Carolin Fortenbacher, (…) Für Weiler und Fortenbacher ist es die zweite gemeinsame Musicalproduktion nach «Das Orangenmädchen» in Altona.(…)Dem Premierenpublikum gefiel’s, es spendete langen Applaus.

Die Zeit, 06.09.2016

Bipolare Störung. Eine hässliche Diagnose, aber wer das Musical Fast normal an den Hamburger Kammerspielen gesehen hat, weiß: Es ist auch eine dramaturgische Idee.

(…) Einerseits. Andererseits: Intimität, Zartheit, Vielschichtigkeit. Was der Komponist Tom Kitt und der Texter Brian Yorkey geschaffen haben, ist ein kleines Wunderwerk an erzählerischer Raffinesse und musikalischer Illustration.

(…) Hamburg gestattet sich mit dieser Regiearbeit von Harald Weiler endlich eine artistische Blöße und verfährt mit seinem lukrativsten Genre riskanter Weise.

(…) Die Kammerspiele sind ein kleines Theater mit großem Anspruch. Fast normal ist ein großes Musical dank der bis ins kleinste ausgespielten Intuition für das Leiden am Selbst. Normal ist das nicht. Gut so.